Frostpendeln Themenwochen pt 3: extreme Extremitäten!

Im Rahmen unserer Frostpendeln-Aktion von November bis Februar veranstalten wir in regelmäßigen Abständen Aktionswochen zu verschiedenen Themen, die für das (S-)Pedelec-Pendeln im Winter von Bedeutung sind. Ihr als Teilnehmer seid herzlich eingeladen, eure eigenen Erfahrungen zu teilen und Frostpendeln auf diese Weise zu einem richtigen Community-Event zu machen! Vom 29.11. bis zum 11.12. geht es um:

extreme Extremitäten – Wie schützt ihr Kopf, Hand und Fuß bei Kälte?

Es ist doch immer wieder lustig, wie das persönliche Umfeld reagiert, wenn man erzählt, dass man auch im Winter Fahrrad fährt. “Bist Du verrückt?” ist natürlich die Standardfloskel, dicht gefolgt von “das ist doch viel zu kalt!”

Natürlich ist das viel zu kalt, weshalb sich Skifahren, Snowboarden und alle anderen Wintersportarten auch nie in der breiten Masse durchgesetzt haben – der Sportbekleidungsindustrie ist es leider bisher nicht gelungen, vernünftige Ausrüstung herzustellen, um unterhalb von 5° nicht zu frieren.

Spaß beiseite. Es gibt fürs Radfahren im Winter gottseidank viele Möglichkeiten, sich wind-, wetter- und temperaturgeschützt einzupacken. Und jeder entwickelt mit der Zeit sein eigenes Konzept.

Bei einem Punkt werden aber wohl die meisten Winterpendler beipflichten: der Schutz von Kopf, Händen und Füßen erfordert ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit. Hier kann einem die falsche Ausrüstung die Fahrt bereits nach wenigen Minuten ziemlich vermiesen. Deshalb wollen wir in den aktuellen Themenwochen diese drei Zonen in den Fokus rücken.

Kopf:

Gleich der Brocken: Helm und Temperaturschutz sind oft nicht so leicht zu vereinbaren: eine zu dicke Mütze macht die Schutzfunktion zunichte. Alternativ gleich einen Skihelm? Mit Visier? Oder doch lieber eine Skibrille, um den Augen und Wangen bei eisigem Fahrtwind Schutz zu bieten? Insbesondere bei S-Pedelec-Geschwindigkeiten braucht es hier eine Lösung.

blank

Hände:

Hier gilt es, die Finger vor dem Auskühlen zu schützen, aber gleichzeitig die zuverlässige Bedienung von Bremsen, Schaltung und Unterstützungssteuerung zu gewährleisten. Und mit den dicksten, wärmsten Handschuhen lässt sich so manche filigrane Schaltung schon gar nicht mehr so gut bedienen – es muss also ein Kompromiss gefunden werden, um Wärme und Beweglichkeit zu gewährleisten. Oder sind Lenkerhandschuhe hier die Lösung?

Füße:

Hab ich da “Snowboardstiefel” gehört? Nette idee, aber in der Praxis viel zu klobig. Gutes Schuhwerk ist wichtig, aber der Weg zu warmen Füßen spannt sich von der Wahl der Socken bis zur Auswahl von Überschuhlösungen, um den eisigen Wind nochmal zusätzlich zu mindern. Die meisten Lösungen setzen jedoch trotzdem ein wenig Zehenaerobic während der Fahrt vorraus, um die Blutzirkulation etwas anzuregen. Alternativ gibt es natürlich auch Gadgets wie beheizte Schuheinlagen. Aber ist das irgendwie praxistauglich?

Jetzt seid ihr wieder dran:

Wie sehen eure Erfahrungen hierbei aus? Wie schützt ihr Kopf, Hände und Füße im Winter? Was hat sich bei euch bewährt, was habt ihr ausprobiert und wieder ausgemustert? Macht ein Foto von eurem Equipment und teilt es uns und den anderen Frostpendlern mit.

Mitmachen lohnt sich diesmal doppelt – wir planen eine kleine Überraschung für diejenigen, die in den Kommentaren unter diesem Artikel von ihren Erfahrungen berichten. Mehr dazu in den nächsten Tagen!

14 Kommentare

  1. Hallo

    Also Hände und Füße schütze ich mit beheizbare Handschuhe und Einlegesohlen, das funktioniert super. Für den Kopf habe ich von Pearl Izumi die Sturmmaske welche sehr gut vor Kälte Schützt. Solange es nicht glatt ist, ist die Kälte kein Problem um ins Geschäft zu pendeln.

  2. Ich fahre ja jetzt nach längerer Fahrradabstinenz wieder. Da ich früher viel MTB auch im Winter gefahren bin, konnte ich auf die Erfahrungen zurückgreifen.
    Aktuell ist es morgens zwar frisch (so um die 0-Grad herum, meist aber im Plus), aber ich stelle fest:
    Während des Fahrens friere ich kaum; ausser ich belibe länger stehen.
    Daher habe ich folgendes Equipment an:
    – einfache Fahrradbrille, hauptsächlich gegen den Fahrtwind (Uvex 20€, reicht völlig aus)
    – Vaude Sturmhaube – schön dünn, aber winddicht
    – Mammut Mütze – dick genug um warm zu halten, aber dünn genug, damit es noch mit dem Helm passt
    – Schlauchschal mit einer Hälfte dickem Fleece; universell für den Hals einsetzbar, auch als Mundschutz
    – Fleecejacke und winddichte “Regenjacke” oben drüber
    – dünne Handschuhe (hab zwar noch Windstopper-Handschuhe, aber das war mir zu dick). Friere beim fahren auch kaum an den Händen…
    – lange Baumwollunterhose; nur für morgens bzw. nach der Spätschicht (22 Uhr)
    – Kübler Arbeitshose; absolut genial, sehr winddicht, wasserabweisend
    – simple Wander/Outdoorschuhe von Salomon; sollte es feuchter werden/öfter regnen, dann knöchelhohe Gummistiefel.

    Damit bin ich momentan bestens ausgerüstet. Und bevor ich richtig ans frieren käme, bin ich schon auf der Arbeit (6km).

  3. Hallo,
    bei richtig kalten Tagen fahre ich folgende Kombi:
    – Fleece Sturmhaube unter dem Helm
    – Helm Abus ICE 2.0 mit Visier
    – unter Jeans eine lange Unterhose
    – eine Wellenstein Winterjacke ( Hamburger Hafen ), wo ich auch schon nur mit T-Shirt drunter gefahren bin
    – normale Fingerhandschuhe, welche aber nicht so gut wärmen
    .- normale Schuhe
    – nach gut 5 Minuten bin ich immer auf Betriebstemperatur und muss dann noch gut 15 Minuten fahren
    Gruß Holger

  4. Heute war es so mit am kältesten, seit ich zur Arbeit mit dem S-Pedelec pendle, ca. minus 6 Grad. Das spürt man bei den höheren Geschwindigkeiten schon. Deshalb war ich diesmal so warm angezogen wie noch nie, weil ich einfach keine Lust auf Frieren hatte 🙂 Immerhin bin ich einfach ca. 22 km und 500 Hm unterwegs, was dann doch fast 50 Minuten dauerte (incl. Genusspausen).
    Gegen die Kälte schützte ich mich mit Visier-Helm (Cratoni Commuter), dünner Fleece-Mütze und Vaude Cap (Windproof Cap III). Die Fleece-Mütze hatte ich zum ersten Mal an. Ebenso den Buff als Hals- und Kinnwärmer.
    Oberkörper bekleidet mit Merino-Shirt, Langarm-Trikot, winddichter Softshell (Vaude Virt) und kleiner Regenjacke. Dazu kommen die Träger der Bip Pants (von Löffler), welche auch winddicht ist, und normalerweise für unten rum schon reicht. Diesmal gab es noch eine lange Unterhose als Bonus.
    Zum Abschluss warme Merino-Socken und die MTB-Stiefel von Five Ten.
    Na und die Finger bekommen beheizbare Handschuhe (No Name – von einem Freund geschenkt bekommen).

    Gefroren hat es mich damit nur ein bisschen an den Wangen und nach einer halben Stunde auch an den Zehen. Nicht schlimm. Gar nicht! Die Stimmung bei diesem klaren Wetter war heute sehr schön.

    Euch allen wünsche ich erfrierungsfreie Genussradeleien

    1. Ich schwöre auf meinen Baumwollparka mit hohem Kragen und riesiger Kapuze. Er ist lang geschnitten bis weit über den Hintern. Er ist super atmungsaktiv und die Regenjacke geht drüber (immer in der Ortlieb) Ich fahre immer 35min durch den Wald im casual Business-Outfit: Hemd+Jeans. Knapp unter Null kommt ein officetauglicher V-Neck Merinopulli über das Hemd. Das sieht gut aus und geht mit Parka bis -5grd. Nur wenn es noch kälter wird, kommt die Daunenjacke ins Spiel. Die geht auch unter die Regenjacke, wenn Matsch angesagt ist. An die Füße kommen gefütterte Winterstiefel, bei Saukalt oder Matsch mit Überziehern (immer in der Ortlieb). Sturmhauben habe ich in zwei Stärken. Für die Beine empfehle ich Rainlegs, die gehen übers Knie, das ist super. Oder Regenhosen, aber nur wenns es übel ist. Da ich getuned meist um die 35 kmh fahre, habe ich ganzjährig eine gelbe UVEX vor den Augen, schützt vor Wind, Sonne, Insekten und geht super im Dunkeln.
      Ich habe zwei Ebikes: Im Winter eins mit und eins ohne Spikes. Diese Freiheit gebe ich nie wieder her. Auch wenn eines mal Wartung braucht. Ich habe die Woche den Ladestecker abgerissen und bin gottfoh, dass da noch ein Bike steht, während das andere im Service ist.

      Für die Hände habe ich noch keine Lösung. Selbst die dicken Handschuhe bringen ab 20 min nix mehr. Ich habe bergab bei unter null immer taube, schmerzende Finger. Ich werde mal die BarMitts testen. Gute Heizhandschuhe sind mir für die paar Tage im Jahr zu teuer.

      Eigentlich schade, dass grad soviel Homeoffice und Kurzarbeit ist, ich liebe den Winterwald, aber darf derzeit nur 2mal die Woche ins Office

  5. Für den Kopf: Sturmhaube aus Fleece, manchmal noch zusätzlich mit Wollschal und Mütze unter der Haube
    Torso: Unterhemd, Langarmshirt, Wollpulli und winddichter Trench von Amity oder Wollmantel
    Hände: (Ski-)Fingerhandschuhe
    Beine: Merinoleggings und Winter-Laufhose aus Softshell aus der Joggingabteilung
    Füße: Normale Stiefeletten, ggf. mit Wollsocken und Wollfilzeinlagen

    Das, was als erstes kühl wird, sind tatsächlich Arme und Beine. Auf meiner Strecke kann es sein, dass -bedingt durch Zugausfälle- spontan mehr Kilometer mit dem Rad zurückgelegt werden müssen, da werde ich wahrscheinlich nach einer wärmeren Hose schauen…

    Was ich schade finde, wenn man so in die (Fahrrad-)Klamottenabteilungen reinschaut: Es ist fast nur schwarz vorhanden…oder es gibt Neonknallfarben, aber kaum etwas dazwischen, was “normal” nach Straßenkleidung aussieht und dafür die gewünschte Funktion erfüllt…(versteht jemand, was ich meine? :))

    1. Ja das stimmt! Finde ich ziemlich blöd. Ich habe lauter schwarze Klamotten. Außer meine neue Vaude Softshell – die ist neongrüngelb. Ich finde die Farbe schon prima für’s Radeln, aber nur bedingt als Straßenkleidung geeignet 🙂
      Wie ich es gerade in der ElektroRad gelesen habe, scheinen die vollreflektierenden Jacken richtig toll zu sein. Sehen bei Tageslicht ganz normal aus, und nachts von Scheinwerfern beleuchtet richtig hell. Habe ich noch nicht ausprobiert. Ich weiß gar nicht wo es die gibt (online shopping bei Klamotten mag ich nicht).

  6. Meine Ausstattung für täglich 2x 25km durch die schöne Allgäuer Winterlandschaft:

    Für den Kopf: ein dünnes Stirnband, das unter den Helm passt
    Für die Hände: über 0°C reichen gefütterte Fingerhandschuhe vom Discounter, darunter benötige ich Fäustlinge.
    Für die Füße: bei Matschwetter und unter 0°C fahre ich mit gefütterten Winter-Boots. Ab Minus 10°C kommen dann noch Heizeinlagen rein. Der unterere Teil der Stiefel ist aus Gummi, und damit zwar Wasserdicht, aber nicht atmungsaktiv. Hier suche ich noch die optimale Lösung
    Hose ist eigentlich immer nur eine normale Jeans, wenn es besonders kalt ist, kommt noch eine Regenhose drüber.
    Jacke: normale Sommer-Softshell-Jacke. Unter 0° kommt dann noch ein Pulli drunter, unter -7°C noch eine dünne Regenjacke drüber.

    Die Ausrüstung hat mir die letzten 8 Winter hier im Allgäu eigentlich immer ausgereicht und das Zwiebelprinzip hat sich bewährt. Nur an den Füßen besteht noch Optimierungsbedarf.

  7. Hallo zusammen,
    je höher die Geschwindigkeit, desto höher der Leidensdruck bei Kälte. Auf dem S-Pedelec bin ich für 2x 26km am Tag wie folgt unterwegs:

    Kopf: Helm (Abus Pedelec 2.0) mit Regenhaube und Visier (Super praktisch!), ab ca. 5°C mit Sturmhaube und Ohrenwärmern am Helm

    Oberkörper: normale Rad-Softshelljacke, enges Langarmshirt, ab ca. 7°C mit zusätzlichem Mtb-Shirt, ab ca. 3°C mit nochmal zusätzlichem Ski-Langarmshirt.

    Beine: lange, leicht gefütterte Bib-Shorts, ab ca. 3°C mit zusätzlicher langer Ski-Unterhose.

    Füße: normale Socken, normale Laufschuhe und Neopren Überschuhe (Vaude Pallas III) haben bisher auch bei 3°C gereicht. Kälter hatte ich es bisher noch nicht. Ist mein erster “richtiger” Radpendel-Winter und werde hier bei kälteren Temperaturen sicher auf Trekking-Schuhe umsteigen.

    Finger: bis ca. 7°C dünnere (Winter-Reit-) Handschuhe (Roeckl), bei kälteren Temperaturen Ski-Handschuhe, die mir sogar teilweise zu warm sind.

    Ich habe bisher festgestellt, dass die vielen dünneren Zwiebel-Lagen echt effektiv sind. Das Visier am Helm möchte ich gerade als Brillenträger und durch den Schutz gegen tränende Augen bei Kälte und Fahrtwind nicht mehr missen, ebenso die integrierte Regenhaube, die auch gut gegen Kälte durch Fahrtwind schützt.

    In diesem Sinne: weiterhin angenehmes Frostpendeln und allzeit unfallfreie Fahrt!
    Viele Grüße
    Jannik

  8. hat jetzt nicht unmittelbar mit Klamotten, aber vielleicht mit “warm einpacken” zu tun:
    Mich interessiert mal wie bei den frostigen Kollegen und Kolleginnen mit dem Akku umgegangen wird ? Nehmt ihr den mit ins Büro oder abends ins Haus ? Hat der Bursche ein Wintermäntelchen ?
    Ich z.B. habe ihn immer am Rad (welches nachts in meiner ungeheizten Werkstatt steht). Die Reichweite liegt unverändert -gegenüber der schöneren Jahreszeit- zwischen 150 und 160 km pro Ladung, bei ebenem Geländeprofil.

    Horst

  9. Vor ca. einem Jahr bin ich zufälligerweise über ein Paar im Preis stark reduzierte “Schweisserschuhe” gestolpert. Dickes Leder, gue Sohle, Stahlkappe und eine Lederlasche über den Schnürsenkeln. Das Leder habe ich gut gefettet und seither sind das bei Sauwetter genau die richtigen Dinger. Ich hatte noch nie nasse oder kalte Füsse mit denen.

  10. Ich mach vieles wie die meisten hier, aber hab noch ein paar Ergänzungen:
    an sehr kalten Tagen und wenn ich lange drausen bin (mit S-pedelec),
    – dicke Skifäustlinge, wo USB-Handwärmer mitreinpassen, ein extra Paar beheizbare Handschuhe muss nicht sein für gelegentlich
    – Löffler Gesichtsmaske, sehr angenehm
    – “Ski”brille Uvex downhill 2000 transparent, normale Brille hilft gegen kalten Fahrtwind nicht weiter
    – Giro BEXLEY- Helm mit Ohrenpolstern
    – arktistaugliche Nortface Chilcat III Stiefel, ggf. vorher mit Schuhwärmer/trockner aufgeheizt
    – Angorakniewärmer zu langer Unterhose
    – man kann auch USB -Mini-Heizkissen (zum Einnähen in Kleidung) nutzen, zb. mit Powerbank im Socken, ist aber nur für Notfälle gedacht, das Gewurschtel mit den Kabeln nervt, bewahrt aber bei klirrender Kälte vor Frostbeulen,
    angefrorene Stellen können auch Jahre später schon bei leichter Unterkühlung schmerzen, meine Hände tun seit einigen Jahren weh (keine Athrose), vielleicht weil ich früher schon öfter mal stark ausgekühlt war, evtl. Bindegewebsschäden … also haltet Euch warm : )
    Ach und mein Akku hat ne Neoprenhülle und darf bei Minusgraden immer rein, wenn er nicht arbeitet …

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.